Geschichte

Warum denn in die Ferne schweifen…. Besichtigung Margarethenhöhe (erstellt am 28.02.2012 von Mechthild Rüller)

Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute – Interessante – ist so nah! Ganz unter diesem Motto steht der erste Ausflug der Gäste aus unserer englischen Partnerstadt Crawley. So geht gleich dach dem Empfang im Bürgermeisteramt am Montag die Fahrt nach Essen, in die Europäische Kulturhauptstadt 2010, die als solche längst mehr zu bieten hat als Kohlebergbau und rauchende Schlote. Margarethenhöhe heißt das Ziel, Essener Gartenvorstadt mit ungebrochener Ausstrahlungskraft sei 1910 und bewertet als Denkmal von europäischem Rang. Zwei hervorragend englisch sprechende Führer begleiten die interessierten Zuhörer durch die grüne Siedlung freistehender Einfamilienhäuser, Doppelhäuser und Häuserreichen. Engländer wie auch Deutsche sind überrascht von der Vielfalt der Architektur. Keines der Häuser gleicht dem anderen, und die Siedlung besticht durch geschwungene Giebel, Erker und Holzfensterläden. Margarethe Krupp, die seit dem Tod ihres Mannes von 1902 bis 1906 die Geschicke von Haus und Firma Krupp bestimmte, legte am 1. Dezember 1906 aus Anlass der Hochzeit ihrer Tochter Bertha den Grundstein zur Margarethenhöhe und begründete damit das anspruchsvolle Siedlungswerk. Sie brachte in diese Stiftung das 50 ha große Siedlungsgelände und ein Bankkapital in der Höhe von einer Million Mark ein, Im Gegensatz zum Werkswohnungsbau und zu sonstigen Wohlfahrtseinrichtungen, richtete sich das Wohnungsangebot an die gesamte Essener Bevölkerung, vorausgesetzt man verfügte über ein regelmäßiges Einkommen. Gemütlich schlendern die Gruppen zum besonders sehenswerten „kleinen Markt“. Er wird von Laubenganghäusern gesäumt und an seiner Stirnseite befindet sich das Gebäude der ehemaligen Kruppschen Konsumanstalt. Als Wahrzeichen der Siedlung, so erfahren die Besucher, gilt das die untere Schmalseite begrenzende Gasthaus „Margarethenhöhe“ von 1911. Ein Höhepunkt ist die abschließende Besichtigung einer Musterwohnung, die noch über Ersteinrichtungsstandard verfügt und die für die damalige Zeit ungewöhnlich gute Ausstattung dokumentiert. Alle Wohnungen haben bereits um 1920 eine Badewanne und ein WC und zeichnen sich durch moderne Möbelentwürfe des Architekten Metzendorf aus. Voll gepackt mit vielen neuen Erkenntnissen geht es dann zum eher gemütlichen Teil des Ausflugs über. Kaffee und Kuchen erwarten die Gäste anschließend im nahe gelegenen Gasthaus Hülsmannshof.